Familientradition

Obstbaufreund Karl Rösch hatte sich schon in früher Jugend für die einheimischen Apfel- und Birnensorten interessiert. Er war Mitinitiator vieler Obstschauen, um Interessierten die zahlreichen Lokalsorten von Äpfeln und Birnen vorzustellen. Schon damals dachte er darüber nach, wie die herrlichen Früchte übers Jahr vor dem Verderb zu schützen sind. In dieser Zeit war nur die Verarbeitung zu Gärmost - einem alkoholhaltigen Getränk - üblich. Sein Ziel war, den frisch gepressten Saft haltbar zu machen. Trotz Verhöhnung und lächerlich machen des Süßmosters durch die passionierten Mosttrinker arbeitete er beharrlich an der Verwirklichung seines Vorhabens.

So mietete er 1934 in der Körnerstraße einen kleinen Raum, im Freien unter einem Wellblech wurde die Obstmühle und die damals schon moderne Packpresse aufgebaut. Das angelieferte Obst wurde in einen Waschbehälter geschüttet, von dort transportierte ein Becherwerk die Äpfel zur Obstmühle. Aus dem gemahlenen Obst, der Maische, konnte nun der frische Saft gepresst werden. Das Arbeiten mit der Packpresse war sehr arbeitsintensiv, wird aber durch die hohe Saftausbeute belohnt. Der frisch gepresste Saft musste jetzt schnell steril gemacht werden. Die gereinigten Flaschen wurden befüllt in ein Wasserbad gestellt, das mittels Dampf auf 75 °C erhitzt wurde. Die Pasteurisation dauerte eine halbe Stunde, danach wurden die Flaschen sofort mit damals üblichen Gummikappen versehen. Diese langwierige Arbeit zog sich oft bis in die späte Nacht und er wurde in dieser Anfangszeit wie auch später durch seine Frau Elisabeth (geb. Maisch) tatkräftig unterstützt.

Das Geschäft florierte und so wurde 1939 der Neubau in der Kurfürstenstraße 67 errichtet. Jetzt konnte auf die Belange eines Fruchtsaftbetriebes eingegangen werden. Es entstand ein separater Kelterraum, Abfüllraum sowie Lagerkeller. Der im Herbst gepresste Saft wurde in dieser Zeit ausschließlich in 25 Liter Glasballons gelagert. 1950 wurden diese durch Lagertanks ersetzt.  

In den 1950er Jahren übernahmen die beiden Söhne Hans und Otto Rösch die Geschäftsführung. Aufgeschlossen für neue Produkte und Exoten erweiterten sie das Sortiment stetig. Räumliche Vergrößerungen und hohe Investitionen in moderne Maschinen waren nötig, um den Fruchtsaftbetrieb konkurrenzfähig zu halten.  

Der Betrieb wird heute in der dritten Generation von Fruchtsaftmeister Andreas und Hermann Rösch geführt. Ihr oberstes Ziel ist höchste Qualität und Sorgfalt bei der Herstellung der Fruchtsäfte.